1. Quereinsteiger

    Gastbeitrag

    (Headline:)

    Aus einem kranken Arsch kommt kein gesunder Furz.

    M. L. King

    (Copy:)

    Man kann ganz viel schlaue Sachen über die Arbeitswelt schreiben. Zum Beispiel, dass die zehn meistgesuchten Jobs in den USA 2010 im Jahr 2004 überhaupt noch nicht existierten. Man kann aber auch ehrlich sein und sagen: ich habe keine Ahnung wie sich die Arbeitswelt entwickeln wird.

    Und leider stimmt das auch. In solchen Situationen hält man sich am besten an Fakten. Fakt ist zum Beispiel, dass unser Obst und Gemüse hier in Deutschland in anderen Ländern wie Spanien oder Frankreich an die Schweine verfüttert wird.

    Wie sieht die linke Schamlippe von Paris Hilton aus? Keine Ahnung. Wen interessiert das auch? Eben, wen interessiert, dass die Franzosen und Spanier deutlich mehr Geld für Obst und Gemüse ausgeben (übrigens für alle Lebensmittel) als die Deutschen. Den meisten Menschen ist es schnurzpiepegal.

    Und da ist das Problem. In der eigenen Welt ist der eigene Horizont beschränkt. Das ist keine Theorie, das ist Physik. Wo nur kranke Menschen mit Brettern vorm Kopp sitzen kommt am Ende auch nichts Gesundes bei raus. Lösungen aber, findet man am besten durch Umdenken. Querdenken. Längsdenken, oder wie auch immer.

    Ohne Quereinsteiger fressen wir weiter Gammelfleisch und Schweineobst. Ich mach’s mir einfach und sage: Quereinsteiger sind immer Kreative. Wer sonst ist so bekloppt und wechselt in ein Berufsfeld, von dem er zugegebenermaßen keinen blassen Schimmer hat?

    Nun mischen sich im Unternehmen Fachidioten mit Quereinsteigern. Und was passiert? Wikipedia beantwortet diese Frage: „Bei mischtechnischen Vorgängen werden die Bestandteile von mindestens zwei getrennt vorliegenden Ausgangsstoffen durch Relativbewegung so umpositioniert, dass ein neues Anordnungsschema entsteht“.

    Auf die gesamte Wirtschaft umgemünzt bedeutet das: WIRTSCHAFT IST KEIN GESCHLOSSENES SYSTEM. Alles drumherum (Kultur, Bildung, Soziales) ist mit integriert. Das heißt nichts weniger, als: die neue Wirtschaft (wie auch immer sie aussieht) lebt von ihrer Mischung, sprich Vielfalt, sprich von neuen Anordnungsschemen.

    Anderer Output durch anderen Input. Quereinsteiger werden früher oder später die Wirtschaft dominieren. Gehen Sie jetzt bitte zum Kühlschrank und holen Sie eine Flasche Sekt. Wir müssen anstoßen ­ ich warte auch so lange hier.

    Sie alle wissen, was einen Quereinsteiger zum Quereinsteiger macht. Dafür ist das Thema schon viel zu stark besetzt. Das Schlimme ist, Sie alle wissen auch, was einen Quereinsteiger ausmacht. Jeder kann sich zum Quereinsteiger machen und heute schon mal üben, was ihn morgen erfolgreich macht.

    Wo das alles hinführt, kann keiner klar sagen. Oder vielleicht doch, aber dann würde er lügen. Wahr ist allerdings, dass irgendein schlauer US-Amerikaner herausgefunden hat, dass die Schüler von heute in Ihrem Leben bis zu 14 Jobs haben werden.

    (Alternatives Ende:)

    Ich bitte Sie jetzt aber, sich über dieses Thema keine Gedanken zu machen. Bleiben Sie einfach, wo Sie sind. Schön stil und keine Bewegung. So kann ich von Job zu Job hüpfen, immer erfolgreicher und irgendwann unermesslich reich werden. Schön.

    unser Gastautor: Marcus Naumann

    … kommt aus Halle. Lebt und arbeitet inzwischen in Hamburg. Er ist Texter in einer Werbeagentur. mehr

  2. klub7

    Die Künstlerkollektive KLUB7 und 44Flavours starten am 10. April ihre gemeinsame Ausstellung HOLZ51 im Neurotitan / Berlin-Mitte. Gestern bin ich auf den Trailer gestoßen:

    Also ich freu mich schon.. Achso, die Ausstellung endet am 2. Mai also noch ein bisschen Zeit, falls man es nicht zur Vernissage schafft..

    UPDATE 12. April 2010

    Die Vernissage ist vorbei.. Voll wars, schön wars – es hat Spass gemacht!

    hier gehts weiter zum flickr-Album HOLZ51 von KLUB7

    hier gehts weiter zum flickr-Album HOLZ51 von KLUB7

  3. 20 – wir sind Sachsen-Anhalt

    Das nenn’ ich mal ganz großes Kino, in diesem Jahr “feiert” Sachsen-Anhalt sein 20-jähriges bestehen und hat dafür – wie immer – eine Imagekampagne entwickelt. Natürlich gibt es – wie immer – einen grandiosen Namen, der von viel Kreativität zeugt..

    “20 – Wir sind Sachsen-Anhalt”

    Aus meiner Sicht lohnt es sich eigentlich nicht darüber zu berichten.. aber irgendwie muss ich mal ein paar Sachen los werden.

    Gibt man z.B. auf blauen Dunst ‘wir sind sachsen anhalt’ in die URL-Zeile ein kommt man natürlich auf eine komplett andere Kampagnenseite Sachsen-Anhalts, von der ich glaube noch nie gehört habe.. soweit so gut..

    Versucht man es mit ‘wir-sind-sachsen-anhalt.de’ kommt man natürlich bei ‘du-bist-sachsen-anhalt.de’ von Radio SAW an.. und übrigens ’20-wir-sind-sachsen-anhalt.de’ funktioniert erst gar nicht. Also zusammengefasst für mich schon mal großartiges Marketing..

    Wenigstens wird auf der LSA-Seite darüber informiert und man kann sich hier auch das Farb-Logo runterladen – ach,… ne doch nicht die Grafik ist nicht hinterlegt (Stand 17. März 2010)..

    Meiner Meinung nach ist das Logo auch nicht gerade attraktiv aber das ist ja nur mein Geschmack, dennoch finde ich es grandios, wie solche Logos beschrieben werden, hier mal der Nachricht vom Halleforum entnommen:

    “Das Logo symbolisiert auf charmante Weise unser Bundesland. Es weist nicht nur auf das Jubiläum hin, es zeigt Menschen, die aufeinander zugehen und miteinander im Gespräch sind”, so Regierungssprecherin Monika Zimmerman.

    Ich bin gespannt auf die damit verbundenen Events und Aktionen .. ich lass mich überraschen.

  4. bedingungsloses Grundeinkommen – Teil 1

    Im Januar bin ich auf einen Filmtrailer zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen gestoßen, den ich recht interessant fand und über den auch Carsten im letzten Jahr schon berichtet hat:

    Der Film (findet man ebenfalls bei Youtube) ist sehr zu empfehlen, es kommen interessante Menschen zu Wort, wie z.B. Götz Werner der Gründer der Drogeriekette dm und starker Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens.

    Der Film hat mich an eine Reportage vom ZDF erinnert, die über das Modellprojekt “BIG” (Basic Income Grant) in Otjivéro-Omitara, einem Dorf in Namibia, berichtete. Dort wurde seit Januar 2008 ein bedingungsloses Grundeinkommen ausgezahlt. Dieses Modellprojekt lief im Dezember 2009 aus.

    Die erste Auszahlung (Foto: Claudia Haarmann)

    Mit der Unterstützung der Kirchen, Anti-Aids-Initiativen, Stiftungen und anderen Entwicklungsorganisationen konnte BIG zwei Jahre lang jedem Einwohner monatlich 100 namibische Dollar (ca. acht Euro) auszahlen. Bei der Recherche zu Ergebnissen des Projekts bin ich auf ein Referat vom 16.5.2009 zum europäischen Symposium zum Grundeinkommen in Herzogenrath gestoßen. Darin zieht Dagmar Paternoga (Afrika-Expertin und Mitglied der Attac-Arbeitsgruppe „Genug für alle“) gut zusammengefasst bereits eine positive Zwischenbilanz:

    • Wöchentliche Mangelernährung bei Kindern fiel von 40 auf 2 %
    • Ernährungssicherheit stieg von 20 auf 60 %!
    • Seit Januar 2008 gab es keinen einzigen Fall mehr von Unterernährung: Der Beweis, , dass N$100 wirklich helfen, den Hunger zu beseitigen
    • Nach Zahlung des BIG verdoppelte sich die Zahl der Schulgängerinnen
    • Kriminalität: seit Einführung des BIG fiel die Kriminalitätsrate von 43 auf 28 %
    • Arbeitslosigkeit fiel von 60 auf 45 %
    • [...]

    Leider habe ich bis jetzt – auch nach weiteren zwei Monaten Recherche – noch keine ausführlichen Abschlussergebnisse zu dem Modellversuch gefunden. Damit dieser Beitrag nun nicht noch länger als Entwurfsleiche im Medienstadtkeller verstaub veröffentliche ich ihn erstmal und werde ihn in nächster Zeit aktualisieren und weitere Modellversuche zusammenfassen und vorstellen..

  5. Gravo-Druck wird abrgerissen

    Ich habe es gerade im Halleforum gelesen und muss mal sagen, dass ich das echt traurig finde! Jetzt geht mal wieder der in Halle typische Prozess ab:

    • verfallen lassen
    • abreißen
    • Schutt drauf
    • grüner Zaun drum rum und fertig ist der Parkplatz

    Ich kann mir echt nicht vorstellen, waum es nicht möglich ist in der Lage ein anständiges Konzept für so einen Komplex zu entwickeln.

    Auf marodes.de gibt es eine schöne Bildserie zu dem Komplex.

    Man hätte tausend schöne Dinge machen können..