Kategorie | urbanes

Mein Abend mit Edgar Allan

Es gibt wenig Schriftsteller, die so einen nachhaltigen Einfluss auf die Kunst hatten, wie Egar Allan Poe. Im vergangenen Jahr wurde weltweit sein 200. Geburtstag gefeiert. Aus irgendwelchen Gründen präsentierte in diesem Rahmen das hallische Opernhaus die Welturaufführung eines Musicals mit dem Namen des Schritstellers.

Als Teenager fiel mir der Sammelband  “Der Goldkäfer” in die Hände, die neben der titelgebenden Geschichte auch  u.a. “Die Maske des roten Todes” und “Der Doppelmord in der Rue Morgue” enthielt.  Mit der letzgenannten Geschichte hat Poe eine gesamte Literaturgattung begründet, inspirierender fand ich allerdings die zweite Detektivgeschichte “Der entwendete Brief”. Insbesondere hatte es mir der philosophische Diskurs über Mathematik und (Dicht)Kunst angetan. Ich las dann allles, was ich finden konnte. Nachhaltig hat mich auch “Das Pendel” beeindruckt, dann las ich Poe bis 2009 nie wieder, die Texte sind aber nach wie vor präsent.

Als ich gestern [am 03.01.2010] durch das tiefverschneite Halle ging, welches durchaus als Illustration eines Poe’schen Gedichts hätte geeignet sein können, wußte ich wenig über die Entstehung des Stückes. Ich hatte gelesen, dass der Komponist und Autor Eric Woolfson, Mitbegründer von “The Alan Parsons Project”, der Premiere ferngeblieben war, da er mit der Inszenierung nicht einverstanden war. Ich hatte allerdings auch gelesen, dass die Premiere ursprünglich in Berlin geplant war, aber auch dort zu Differenzen entstanden sind. Ich erwartete weniger einen gesungenden Lebenslauf, sondern eines von Edgar Allan Poes Schaffenskraft beeinflusstes Stück.

Musik

Ich sass im Parkett. Gesang und Instrumente waren weitesgehend ausgewogen, an einigen Stellen war das Orchester jedoch zu laut. Die Musik ist natürlich das Sahnehäubchen des Stücks und allemal den Gang wert. Die Übersetzungen sind insgesamt gelungen.

Bühnenbild

Das Bühnenbild ist großartig, auch mit den Umbauten während des Stückes. Videoeffekte wurden selten und zurückhaltend eingesetzt.
Den Bühnenraben finde ich allerdings misslungen. Die Oper warb in der Stadt mit einer Rabenfigur, was ich eine gute Marketingidee finde.

Inszenierung

Meiner Meinung nach hätte es der 5 zusätzlich eingeführten Figuren, die wohl der Anlass für den Streit mit dem am 02.12.2009 verstorbenen Komponisten gewesen sind, nicht bedurft. Halle hat keine Musicalbühne und auch kein Musicalensemble. Die Voraussetzungen waren bekannt und deshalb kann man die Inszenierung auch als gelungen werten. Die Auswahl der biografischen Stationen ist insgesamt in Ordnung. Verblüffend ist nur das das Stück den Eindruck Poe sei abhängig von Alkohol und Opium weitergibt, dass überwiegend durch Rufus Wilmot Griswold (im Stück sein Gegenspieler) geprägt worden ist.  Dafür wäre m.E. eine Würdigung von Charles Baudelaire möglich gewesen, ohne ihn hätte die Geschichte Poe wahrscheinlich vergessen.

Das Ensemble

Die Akteure hatten auch noch für eine Zugabe in der Originalsprache Kraft, insbesondere Björn Christian Kuhn, der anders als ausgewiesen, nicht nur den älteren Poe sang und spielte. Manche Chorlieder wirkten doch manchmal stimmlich wie aus einer Operette.

Ein gelungener Abend und ein letztes Rätsel. Das Stück ist als Liveperformance 2003 in den Abby Road Studios aufgeführt worden. Es mag umarrangiert worden sein, es wurden jedoch alle Titel (in etwas anderer Reihenfolge) gespielt. Ist es dann noch eine Uraufführung?

unser erster Gastautor: Andreas “Pawel” Fritsch

… ist Sozialarbeiter bei der Stadt Halle, Familienvater und ein Freund länger als es diese Seiten gibt. In seiner Freizeit, mit scharfsinnigem Blick, unterwegs durchs Netz erforscht er SVG (scalable vector graphic) und die Chancen neuer Technologien für das barrierearme Web. mehr

Eyecatcher Konjunkturdelle

Alle Welt spricht von der Wirtschaftskrise. Ich hab’ sie vergangene Woche sogar vor die Linse bekommen.

Plus Minus

Plus Minus

Anfänglich dachte ich noch an einen Marketinggag, weil das Schild insgesamt drei Mal falschherum ab- und wieder angebaut wurde. Mittlerweile ist hier allerdings ein neuer Discounter eingezogen.

Moritzburg 2.0 - ein netter Versuch

Was das ZfzK 2007 versuchte, will nun auch die Stiftung Moritzburg. Mit “art is moving” versucht sich die Stiftung Moritzburg grade selber einer Zielgruppe zu nähern, von der sie offensichtlich kaum eine Ahnung hat.

art-is-moving

“Art is moving” will eine interaktive Onlinekampagne für die Moritzburg sein. Leider erfährt man auf der dazugehörigen Webseite überhaupt nichts über Ziel und Nutzen dieser “Kampagne”. Auch die dazugehörige Pressemitteilung, die sich dort im Übrigen auch nicht finden lässt, gibt nur minimalen Aufschluss.

Mit der Aktion “stopmotion” macht das Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt auf der Website anspruchsvolle Inhalte leicht zugänglich und abrufbar. Kurze Trickfilme entführen den Betrachter auf eine humorvolle Reise zur Kunst und zur Architektur im Kunstmuseum Moritzburg.
Aber es wird noch viel mehr zum Thema Kunst geboten.

Ich frage mich nur wo.

Alle Interaktionen sind online über www.art-is-moving.de kostenfrei abruf- und erlebbar.

Wie gnädig ;)

Die Webseite ist auch nur mäßig, errinnert an ein Baukastenprodukt á la google page creator und wirkt alles in Allem irgendwie lieblos. Auch weil ich für Webseiten, die Geräusche machen, welche man nicht abstellen kann, nun so gar nichts übrig habe.

Noch dazu, dass die Pressemitteilung vom 11.03., der letzte Blogeintrag auf der Seite allerdings schon vom 30.12.’08 stammt, macht mich stutzig.

Ach was soll ich mich ärgern. Die neue Moritzburg ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Was die Onlinekampagne bietet, wird sich noch zeigen.

Hurra, hurra, die Schule bloggt

Ich finde es ja ernsthaft cool, dass aus meiner Penne heraus gebloggt wird. Das macht die ganze Berufsschulkiste gleich viel sympathischer. Unter dem Namen “dreiköpfe surfen im web” werden hier Links gesammelt, wird auf Wettbewerbe hingewiesen und werden im weitesten Sinne medienrelevante Themen erklärt bzw. gute Erklärungen aufgezeigt.

Für mich äußerst angenehm ist dabei, dass dreiköpfe nicht das gesammte inhaltliche Spektrum des hiesigen Lehrkörpers abdeckt. So geht es zum Glück nicht um hauswirtschaftliche- oder touristische Themen, nicht um gastronomische oder kurierdienstleistende Sachverhalte. Es geht um Medien und das vielschichtig, kanckig und auch noch regelmäßig. Inhaltlich also echt nicht schlecht, eine Empfehlung aus dem heimischen Feedreader.

Leider findet das ganze strikt außerhalb der eigentlichen Schulwebseite statt, so dass ich vergangenes Jahr auf irgendeine Weise leider nur zufällig auf das Paukerblog gestoßen bin. Wieso ist das so? Ein HTML Dokument mit einem Link auf das Schulblog ist nach aktuellsten Berechnungen nur 71 Byte klein; daran kann es also nicht liegen. Die Schulwebseite an sich ist viel weniger aktuell, könnte also ein bisschen frischen Wind auch ganz gut vertragen, vom Design gar nicht zu reden.

Das Design der Schulwebseite und das des Blogs stehen sich aber an “freshness” in nichts nach. Die Schulwebseite entspricht dem Stand einer Seite aus den mittleren 90er Jahren und macht nicht den Eindruck als würden hier jährlich 40 Mediengestalter und branchenähnliche junge Leute ausgebildet. Der übermäßige Gebrauch von Javascript, sowie die stete Verwendung von Layouttabellen, lassen einem versuchten Standardista wie mir, den Kaffee in der Kanne gefrieren. Das hingegen Blog kommt schon mit einem “modernen” wordpress und tabellenlosem Layout daher, macht aber optisch leider genauso wenig Furore.

Ich schlage hiermit offiziell einen Relaunch vor. Allerdings einen, der eine anschließende Beta-Phase berechtigen würde, denn mir schwebt vor, sowohl Twitter als auch das eigenwillige Stundenplanskript miteinander zu verheiraten. Das passende -fast fertige- Design dafür liefere ich natürlich gleich mit, die Integration des Blogs in die offizielle Schulwebseite inklusive.

Inhaltsseite Berufe - Designentwurf Schulwebseite Dreyhauptschule Halle

Inhaltsseite "Berufe" - Designentwurf Schulwebseite Dreyhauptschule Halle

Der Ansprechpartner der Schulwebseite kennt mein Angebot seit fast 11 Monaten, der Schulblogger kennt es jetzt auch und alle Welt darf jetzt meine Designs zerfetzen.

Printlayout - Designentwurf

Printlayout - Designentwurf

Inhaltsseite - Designentwurf

Inhaltsseite - Designentwurf

Stundenplan - Designentwurf

Stundenplan - Designentwurf

Klassenübersicht - Designentwurf

Klassenübersicht - Designentwurf

Mal sehen was passiert. Morgen ist Berufsschule.

die Bürgerstiftung hat’s drauf

Seit es die medienstadt-Empfehlungen gibt wollte ich nun schon einen Link zur halleschen Bürgerstiftung ergänzen. Aus aktuellem Anlass tue ich dies jetzt und berichte hier noch kurz über den aktuellen Bezug.

DIe Bürgerstiftung wurde gerade zum dritten Mal seit Ihrer Gründung 2004 mit dem Gütesiegel des Arbeitskreises Bürgerstiftungen im Bundesverband Deutscher Stiftungen ausgezeichnet. Damit beweist sie demokratische und tranparente Arbeitsweisen sowie ihre organisatorische wie personelle Unabhängigkeit.

Mein aktuelles Lieblingsprojekt aus dem Stiftungsportfolio ist auf jeden Fall “Bildung im Vorübergehen“, bei dem an normalen Straßennamensschildern noch Zusatzinfos über deren Namensgeber angebracht werden. Einfach immer wieder ein Hingucker auf meiner täglichen Fahhradsafari durch die Stadt.

Radio + Theater im Februar

Für die kommenden Wochen im Kulturkalender angestrichen, sind ein Paar Theatergeschichten und einige spannende Radiobeiträge beim Deutschlandfunk bzw. Deutschlandradio Kultur.

MeinKulturPlan#1 “Netzwerk Neue Musik”

Mit musikalischem Surrealismus gepaart mit bildender Kunst leitet das Deutschlandradio Kultur in diesem Monat seine 2-jährige Medienpartnerschaft mit dem neu gegründeteten “Netzwerk Neue Musik” ein.

Am 17.02. um 3 nach 8, also 20:03 Uhr läuft beim Kultursender ein Konzertprojekt des Ensebmles ascorta, im Rahmen des Netzwerks Süd, welches mich neugierig macht.

Das “Netzwerk Neue Musik” ist ein Zusammenschluß ziemlich unterschieldicher musikalischer Künstler, die miteinander etwas klangvoll-neues erproben möchten. Die Ziele im bundesweiten Netzwerk sind regional höchst unterschiedlich, keines weniger innovativ als sein Nächstes. Auch die lokalen Ausgangsbedingungen, sowie die angepeilte Reichweite unterscheiden sich in den beteiligten Städten und Regionen. Finde ich echt cool, dass sich sowohl der Deutschlandfunk als auch Deutschlandradio Kultur für eine Medienpartnerschaft dieser Größe gewinnen lassen. Das Ziel, das alle Teilprojekte, die Radiosender und den Financié, die Kulturstiftung des Bundes, eint, ist

[...] neue und nachhaltige Formen zur Vermittlung Neuer Musik zu kreieren, um auch diese zeitgenössiche Kunstform endlich in der Öffentlichkeit zu etablieren.

Ich wünsche viel Erfolg und freue mich auf eine Sendung experimenteller Musik. Hoffentlich hört man bis 2011 nochmal was davon.

MeinKulturPlan#2 “Silberhöhe gibts nicht mehr”

Ein Stück, dass ich mir schon ewig vorgenommen habe zu sehen, steht für den 19. diesen Monats noch einmal auf dem Spielplan des Thalia Theaters. Gezeigt wird “Silberhöhe gibts nicht mehr” um 20:00 Uhr auf der Probenbühne II, am Weidenplan 20 in Halle. Im Spielplan steht viel Text dazu, wovon ich dieses Häppchen als Appetitanreger gern zitieren möchte.

Mit „Silberhöhe gibt’s nich mehr“ hat Dirk Laucke ein Stück über Jugendliche geschrieben, die in Silberhöhe, Silberhölle, Silvercity leben und hier in den Lücken Sachen machen, die man halt so macht:…

“Silberhöhe gibts nicht mehr” gewann auch vergangenes Jahr bei uploadyoucity, einer Videokunstaktion des zfzk mit folgendem kurzen Spot den zweiten Platz.

MeinKulturPlan#3 “Zeitdiebe lauern an jeder Ecke”

Im regelmäßigen Programm beider o.g. Radiosender gibt es jeden Monat vier mal “Die lange Nacht”, ein besonderes Themenspecial, dass sich erfahrungsgemäß ca. 3 Stunden lang und immer samstags mit einem Thema auseinadersetzt. Die in diesem Monat dritte ist “Die lange Nacht über as Warten” und im Programmheft stand sehr amüsant zu lesen:

Supermarktkasse. Lange Schlangen. Die Wartenden stehen ernst und stumm. Einer hat sein Portemonaie vergessen. Die Geduldsfäden reißen. Es wird geschimpft, gestöhnt, gedrängelt. Warten ist eine Zumutung. Warten legt die Nerven und das Innenleben frei. [...]

Die Mächtigen lassen immer warten. Je mächtiger, desto länger. Das Warten wird existenziell für denjenigen, der sich ihnen ausgeliefert fühlt.
Wie wartet ein Flüchtling in Abschiebehaft? [...]

‘Warten’, so erfahren wir aus dem Grimm’schen Wörterbuch, bedeutete einmal so viel wie aufpassen, verhindern, pflegen und schützen.

Ein spannender Bogen also, den der Deutschlandfunk am Samstag, den 21. Februar um 23:05 Uhr, das Deutschlandradio Kultur etwas später um 0:05 Uhr auf diesen regionalen Frequenzen sowie im Livestream präsentiert.

Ich selber hänge auch eher an der “brasilianischen Uhr”, was mir nicht immer nur Zuspruch einbrachte. Na ja, warten wir’s ab.

MeinKulturPlan#4 “Faust - Der Tragödie 1. Teil”

Geile Kostüme aus der Faustinszenierung an der Landesbühne Eisleben

Goethes Faust gehört eigentlich zu den Stücken, die schon vor Zeiten von der “mal im Theater ansehen”-Liste geflogen sind. Nicht, weil mir das zu trocken oder zu tradiert wäre, nur weil ich es halt schon drei mal gesehen habe. Nichts desto trotz habe ich mich überzeugen lassen, mir die aktuelle Inszenierung der Landesbühne in Eisleben anzusehen. Vor allem auch, weil ich in diesem Haus leider erst ein Stück gesehen habe, eine gelungene Loriotinszenierung.

Über Besonderheiten der hiesigen Inszenierung von “Faust - der Tragödie 1. Teil” schreibt die Webseite der Landesbühne leider nix. Dewesegen hier einfach mein Plan:

Beginn 19:00 Uhr, am 25. oder 26. Februar, auf der Landesbühne in Eisleben.

<ironie>Na wenigstens gibt’s eine Anfahrtsbeschreibung für Kraftfahrer. </ironie> Ich komme mit dem Zug.

Häuser

Häuser - diese Dinger zum bewohnen, bemalen und bespaßen der Menschen sind schon eine feine Erfindung. Klasse ist an ihnen aber auch, wie unterschiedlich sie noch sein können..

Nur manchmal geht es bereits bei der Planung gewaltig in die Hose und der Gesamtüberblick geht verloren.

Mich reizen vor allem Industrieruinen, Plattenbauten und unrenovierter Altbau - sieht renoviert manchmal auch ganz schön aus.. Nur wird es irgendwann schwierig, wenn ein Haus zu verfallen droht.

Einen schönen Mittelweg zwischen alt und neu haben z. B. fischer naumann partnerschaft gefunden. Sie bauten 2007 einfach ein neues Innenleben in ein kleines verfallenes Haus.

Die Jungs vom Autonomen Architektur Atelier Bremen dagegen setzen mit ihren Konzepten stärker auf Zwischennutzung. Mit dem Sproutbau haben sie beispielsweise 79 Menschen (zumindest für einen Monat) ein neues Zuhause in einer Platte gegeben. Das Haus - inzwischen Wiese oder Bauloch - diente dabei dem wohnen arbeiten und feiern. Die Brache als lebendiges Dorf hingegen war ursprünglich eine Wiese und veränderte sich innerhalb weniger Tage, wie im Blog zu lesen ist:

Eine nüchterne Bilanz in Zahlen sagt nach 7 offiziellen (und 12 inoffiziellen) Tagen aus, dass 11 Gruppen und 23 Einzelpersonen im Rahmen von b.a.l.d. Hütten, Bühnen, Installationen und Öfen errichtet, dass mehr als ein Dutzend Musiker, Autoren, Jongleure, DJ´s aus allen Himmelsrichtungen und weitere das Programm der Dorffeste gestaltet haben.

Das Architekturbüro Raumlabor Berlin interveniert ebenfalls im Öffentlichen Raum. Mit ihrer Riesenblase nutzen sie unterschiedlichste Orte städtischer Landschaft, sie setzten die Blase unter eine Autobahnauffahrt, in einen leergezogenen Straßenzug und in einen Park zwischen Bäume und sonstiges Grün. Die halbdurchlässige dünne Kunststoff-”Wand” erschafft dabei eine Rückzugsmöglichkeit aus dem Öffentlichen in einen teilprivaten Gemeinschaftsraum, der Umrisse, Farben und Licht der Umgebung noch erahnen lässt.

Aber wie schon einleitend gesagt, Häuser dienen nicht nur dem Wohnen. Sie sind auch “Leinwand”. Hierbei muss man den Begriff Leinwand jedoch etwas differenziert betrachten:

  1. Leinwand im malerischen/zeichnerischen Kontext: Die Street Art, nutzt Häuser als Ausstellungsort. Dabei beschränkt sie sich nur bedingt auf Gesprühtes und Geklebtes, vielmehr wird bei der EXPANSION SONORE die Hausfassade zum interaktiven Element für Stadtrundgänge oder sie wird…
  2. zur Leinwand als Projektionsfläche bzw. zum überdimensionalen Bildschirm, wie es der CCC 2001 mit dem Haus des Lehrers in Berlin veranstaltet hat - Blinkenlights. Jedes Fenster des Hochhauses bekam einen Scheinwerfer und diese Wurden dann computergesteuert als Bildpunkte genutzt, um beispielsweise kleine Computerspiele (mit dem Handy als Controller) zu spielen. Die letzte Neuauflage hatte Blinkenlights im Oktober 2008 am Rathaus von Toronto.  Auch als Leinwand nutzt der Cinemuro e.V. aus Leipzig die hausfassade. Mit dem Projekt Mauerstreifen geben sie der Stadt ein Kurzfilmkino, das nicht an einen festen Ort gebunden ist.  Es wird durch die Straßen gewandert, man lässt sich an verschiedenen Orten nieder, schaut einen Kurzfilm, rollt das Verlängerungskabel wieder auf und zieht zum nächsten Ort, um z.B.
  3. Häuser auf der Leinwand zu sehen. Von der Kamera eingefangen sieht man Häuser in ihrer natürlichen Umgebung, sei es in dem ein oder anderem Thriller-/Horrorfilm, in dem Häuser Menschen gefangen halten (oder umgekehrt?) oder als Kulisse, wie zum Beispiel in Fritz Langs Metropolis.  Der eine (nur) aus Hochhäusern bestehende Riesenstadt zeigt.  In “Das Cabinet des Dr. Caligari” (beinahe auch unter Regie von Fritz Lang) baute Walter Reimann eine expressionistische Kulisse. Im Laufe des Filmes verändert sich diese Kulisse zunehmend und die dargestellten Straßenzüge und Häuser werden immer abstrakter und verrückter…