schlagwort-archiv | Leipzig

UNFUN

„Paris war beschissen, wie erwartet, ich hasse die Pariser Grandeur, die Zugreise war beschissen, wie erwartet, Kiel war beschissen, wie erwartet; ich komme aus der Kabine, die ich mit Tuck, der Steinsäge, teile, frisch geduscht, halb geil, herausgeputzt, und bestelle einen Wodka mit Eis.“

So spricht Lucy, die anarchistische Heldin in Matias Faldbakens UNFUN. Lucys Wurzeln liegen im Stamme der Ik, jenem Volk, das angeblich keine Liebe kennt. Lucy ist schwarz und 35 Jahre alt – und um weiterhin Anarchistin zu bleiben, muss sie ihre Angehörigen loswerden: Das sind Slaktus, der sie mit 15 in den Wald verschleppt und dort jahrelang misshandelt hat; Atal und Wataman, ihre beiden Snus-abhängigen Geldfälscher-Zwillingssöhne, deren ätzendes Lachen jede Moral untergräbt und sich in den tragischsten und schmerzhaftesten Momenten Bahn bricht; ein polnischer Arzt, die Synchronstimme von Homer Simpson; ein afrikanischer Schauspieler und der Rest des Versager-Teams von Deathbox, dem Splatter-Video-Game ihres Peinigers, das nicht nur von Horrorfilmen der 70er inspiriert ist, sondern auch von „Herz der Finsternis“, Joseph Conrads Erzählung über eine Reise ins Innere des afrikanischen Kontinents.

Am 28. Mai wird es in Leipzig in der Skala auf die Bühne gebracht und da heißt es abwarten und schauen was Regisseur Mirko Borscht inszeniert. Letztes Jahr gab es zu UNFUN auch ein Interview mit Faldbakken auf der Buchmesse und schönerweise gibt es das auf youtube:

Die subversive Strategie des Fake

Shape und rebel:art haben es ja bereits gepostet und die ein oder der andere hat vielleicht in den letzten Tagen Plakate hängen sehen.. morgen startet der Brimboria Kongress. 19 Uhr gehts los im Westwerk, Leipzig und Sonntag ist es vorbei..

Der europäische Kuckuck (Cuculus canorus) legt seine Eier in die Nester anderer Singvogelarten. Der geschlüpfte Jungkuckuck wirft seine Stiefgeschwister aus dem Nest und wird von den kleineren Pflegeeltern aufgezogen.

Der BRIMBORIA Kongress hat das Ziel die zeitgenössische Formen des Fake in seinen so verschiedenen Ausprägungen zu absorbieren und gesammelt wieder abzugeben, an jene Menschen, die mithilfe dieses Wissens eigene Projekte aufziehen wollen oder subversive Kunst generell als interessant und inspirierend befinden. Um den Begriff des Fake zu verstehen und nutzbar zu machen, werden Diskussionen und Vorträge, Workshops und Aktionen angeboten. Der Fake setzt Wissen über die Gegebenheiten voraus die er imitieren will. Die theoretisch zu leistende Vorarbeit und die anschliessende Umsetzung lassen sich an vielen guten Fakes verdeutlichen. Dazu sind diverse ReferentenInnen und KünstlerInnen eingeladen, um über Theorie und daraus resultierende Praxis zu sprechen.

Update:

auf rebel:art gibt es ein kleines Fazit und einige Impressionen vom Kongress.