1. Unterwegs am Robert-Franz Ring

    Unterwegs am Robert-Franz Ring

    Als ich mich am Robert Franz Ring rumtrieb, hatte ich mir grade einen Kaffee und eine Schokostange bei einem Bäcker geholt und suchte eigentlich einen Platz zum hinsetzen und Pause machen.

    Gegenüber dem Bäcker war eine Treppe und vor der Treppe stand ein Kind. Ich setzte mich auf die Treppe. Das Kind guckte mich an. Ich biss ein Stück von meiner Schokostange ab und sagte :“Mmh, ist das lecker.“ Das Kind guckte auf die Schokostange. „So eine leckere Schokostange hab ich noch nie gegessen“ Das Kind kam einen Schritt näher. „Wie süß diese wundervolle Schokostange ist!“ Das Kind steckte sich einen Finger in den Mund und fragte, ob es ein Stück abbekommt. „Nö.“, sagte ich, „Du bist zu klein.“ und quetschte den Rest des Gebäcks in meinen Mund, knüllte das Bäckerpapier zu einer Kugel und schmiss es dem Kind vor den Kopf. Aber das nur nebenbei.

    Es geht nämich mehr um hörbare Leckerbissen, denn kulinarische oder sadistische. Hinter der Hausnummer 9b des Robert Franz Ringes verbirgt sich eine Musikschule. Ich war eigentlich auf dem Weg zur Peisnitzinsel, da hörte ich aus einem Zimmerchen ein Klavier erklingen. Plötzlich taucht da eine Melodie aus dem Brummen der Autos auf und kämpft wacker dagegen an bis sie für einen kurzen Moment Platz für ein paar Takte hat. Da freut sich der Soundseeker.

    Robert Franz ist übrigens ein in Halle geborener Komponist, der über 350 Lieder schrieb, davon etwa ein Viertel nach Heinrich Heine, ein paar Chorwerke und zahlreiche Bearbeitungen von Kompositionen Johann Sebastian Bachs und Georg Friedrich Händels.