1. Mühlweg

    Mühlweg

    In Halle gibt es überall Kopfsteinpflaster. Die Stadt steht auf Bruchstein, Schlacke, Diorit und was es nicht alles gibt.

    Die Autos poltern, die Fahrradfahrer klappern und die Fußgänger stolpern. Der Mühlweg ist sowohl Namensgeber als auch baulich und stilistisch repräsentabel für das ganze Viertel um ihn herum. Hier stehen Villen in historisierenden Stilen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Hier ist das schöne Halle mit träumerischen Gärten und sauberen Fassaden. Jedes zweite Haus hat einen Magnolienbaum auf dem gepflegten Rasen stehen.

    Von hier aus ist es nicht weit bis zum grünem Herzen Halles, der Peisnitz. Die meisten Menschen, die zur Peisnitz wollen, müssen durch die Straße. Schätz ich mal so. Folglich müssen die meisten Menschen durch die Straße auch wieder zurück nach Hause. Schadenfrohe Leute kommen auf ihre Kosten, wenn sie nach Feierlichkeiten die Anwohner des Mühlweges dabei beobachten wie sie auf die Hinterlassenschaften der Partygäste reagieren. Der einprägsamste Satz war für mich „Harald, die haben schon wieder unsere Stiefmütterchen bebrochen!“

    Übrigens stiegen 1882 im Mühlweg auf Zuruf die ersten Fahrgäste der achten Pferdebahn in Deutschland auf und ab. Der Mühlweg war einer von sieben Streckenpunkten. Das soll doch was heißen. Man man man. Jetzt ist es die Linie 8, die hier verkehrt.