1. Joliot-Curie Platz

    Joliot-Curie Platz

    Der Jolio-Curie Platz umfasst eine Fläche von ungefähr 6000 Quadratmetern, wobei ein Teil Grünfläche mit Wiese und Blumenbeet ist und ein Teil als Springbrunnenanlage dient.

    Blick auf die OperNormalerweise muss er als typisches Touristenmotiv herhalten, wegen den ganzen Blumen, dem Springbrunnen, der Post, dem Opernhaus und den verwurschtelten Männern, die auf den Bänken hocken und Bier trinken. Die Bänke sind gut besucht. Nur sehe ich relativ selten einen Menschen auf der Wiese liegen. Höchstens mal einen Studenten, der auf dem Weg vom Campusplatz zum Geldautomaten hängengeblieben ist. Schade eigentlich.

    Die Wiese ist um ein Blumenbeet drumrum auf dem geschätz’ 10.000 Pflanzen stehen. Daran schließt sich ein 260 m³ großes Wasserbecken mit einer Springbrunnenanlage. Diese beherbergt eine Hauptdüse (welche acht Meter hoch spritzt) einen großen und vier kleine Wasserberge und zwei Springbrunnenfächer. Alles wird versorgt von einer Monoblockpumpe mit einer Leistung von 120 m³/h. Unter Wasser befinden sich sechsundzwanzig Scheinwerfer.

    Angefangen hat alles klein und schäbig mit einem viermeterfünzig tiefen Feuerlöschteich, der von Kriegsgefangenen im zweiten Weltkrieg ausgehoben wurde. 1964 hat man aufgrund von Wohnfeldverbesserungen eine Brunnenanlage in den Teich integriert. Eine Erneuerung von Grund auf fand 1997 statt. Der Brunnen ist jetzt 45 cm tief und die Technik gegen Frost gesichert (Apropos Frost, man darf im Winter drauf Schlittschuhlaufen). So weit so gut. Alles was man davon hört ist ein monotones Rauschen im Hintergrund. Ich Liege nämlich direkt zwischen Blumenbeet und Springbrunnen mit Gesicht richtung Post. Das interessante ist jetzt der Verkehr. Um den Jolio-Curie Platz führen zwei zweispurige Einbahnstraßen. Wobei die Autos links von mir zum Opernhaus fahren und rechts von mir zur Post. Sehe ich mir das von oben an, befinde ich mich in einem Autostrudel, welcher gegen den Uhrzeigersinn fließt. Einfach vorstellen man ist im Auge einer Wasserspirale, welche von Kraftfahrzeugen angetrieben wird. Das im Hintergrund noch Kinder schreien und eine Stimme atemlos gegen die Strömung schwimmt macht die Sache fast authentisch.

    Ach ja: Joliot-Curie ist der gemeinsame Nachname von einem Ehepaar, dass 1935 den Chemienobelpreis für die Entdeckung der künstlichen Radioaktivität erhalten hat, wobei der der Mann Frédéric Joliot und die Dame Irène Curie hieß.

  2. Agentur für Arbeit

    Agentur für Arbeit

    Der häufigste Satz, den ich in der Agentur für Arbeit in der Schopenhauerstraße gehört hab, war „In den Fahrstuhl, in die erste Etage, die kleine Schräge runter und dann da warten.“

    Ich war eigentlich noch nicht so oft da. Es war auch nicht sonderlich spannend.Hier mal eine Frau mit einer diesen blumengemusterten Strickjacken, da so ein Mann mit dicken Bauch.

    Aber der Fahrstuhl, der hat sich eingebrannt. Dauernd „ding dong, ding dong“. Eigentlich hab ich gedacht, da ist Bambule, da wollen Leute Geld, um zu überleben, da ist immer wieder Widerstand. Doch an sich läuft alles ganz ruhig ab.Inzwischen hab ich rausgefunden, dass sie hier auch das ALG I vergeben. ALG II gibs in Neustadt. Deswegen sind alle so gechilled. Man bekommt hier noch was für’s monatliche Dasein.

    Interessant finde ich, dass die Gesetze für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt nach dem ehemaligen deutschen Manager Peter Hartz benannt sind. Der Typ is ja ein Verbrecher. So gesagt. Schließlich hat er 2,6 Millionen Euro veruntreut. Er ist noch auf Bewährung (Sie haben ihm statt 15 Jahren Haft, 2 Jahre auf Bewährung gegeben). Jetzt muss ich immer dran denken, dass ein alleinstehender Arbeitsloser Bezüge von knapp 340 im Monat erhält mit dem Namensaufdruck von jemanden der einfach so 2,6 Millionen Euro verschludert hat. Er zahlte ein paar Jahre über 7600 Euro an eine brasilianische Geliebte von dem Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert. Das ist doch mal eine ordentliche Unterstützung. Was man nicht alles über Wikipedia rausfindet.

    Nuja. Jedenfalls.

    Am 31. März 2007 waren 90.236 Menschen in Halle beschäftigt und 19.161 Menschen halt nicht. Ein Jahr später sind es 18.389. Davon sind 3.946 Menschen nach SGB II gemeldet und ganze 14.443 nach SGB II.

  3. Die Ampel in der Ludwig-Wucherer Straße.

    Die Ampel in der Ludwig-Wucherer Straße.

    Wenn ich einkaufen gehen will, tu ich das normalerweise in der Ludwig-Wucherer-Straße. Eigentlich gibt’s einen Konsum direkt um die Ecke, aber man kann sagen, dass die herbstliche Morgenröte mich dazugebracht hat, woanders einzukaufen.

    In der LuWu steht meine Lieblingsampel. Sie macht dieses Tickgeräusch, woran sich Blinde orientieren können. Ich hab festgestellt, dass das Ticken lauter wird, wenn auch der Verkehr lauter wird. Das find ich toll. In Halle gibt es 144 Autoampeln. Im Ernst! Eine Ampel ist nämlich der Knotenpunkt zwischen den Lichtsignalen und davon gibt’s nicht ganz so viele. Von den Signalgebern an sich (also die rot-gelb-grünen Lichtsignale) gibt es rund 3200 und die wiederum hängen an 1285 Masten.

    Ludwig Wucherer war übrigens hallischer Golgasfabrikant (laut dem Duden ist das ein bunt bedruckter leichter Wollstoff ). Außerdem war er als Stadtrat und besoldeter Kämmerer tätig.