1. Empfehlungen

    Drei Stunden Schiller

    Vor zwei Wochen hab ich mir am Thalia Theater Halle die Premiere von Don Karlos angeschaut. Auch wenn ich nicht auf klassisches Theater abfahre, auch wenn es nicht mein Lieblingsstück werden wird, finde ich, dass sich ein Besuch lohnt. Neben einem tollen Bühnenbild von Christian Beck hat mir die klare Inszenierungsart von Annegreth Hahn sehr gefallen. Die Intrigen und Zusammenschlüsse unter den einzelnen Rollen wurden verständlich dargestellt..

    Vorstellungstermine:
    8. April, 20h
    17. April, 20h
    18. April,14h

    KomA

    Am 9. April hat das Theaterstück KomA in der Tellkampfschule (Hannover) Premiere. Unter Regie von Mirko Borscht gibt es vom Jungen Schauspiel die Vorgeschichte eines School Shootings präsentiert. Ich bin gespannt, wie sich der filmische Stil Borschts mit den technischen Minimalmöglichkeiten einer Schule vereinen lässt.

    Vorstellungstermine:
    13. April, 19h
    14. April, 19h
    15. April, 19h
    20. April, 19h
    21. April, 19h
    22. April, 19h

    Stadtwandler (via rebel:art)

    “Stadtwandler” ist eine audiovisuelle Performance mit anschließendem DJ-Set von Studierenden der Departments Medientechnik und Design der HAW Hamburg. An zwei Tagen (16./17. April) wird der Hochbunker Wendenstraße 339 mit Live-Elektronik, Visuals und Licht, irgendwo zwischen Konzert und Installation bespielt.

    Mapping Festival

    Weitere visuelle Leckerbissen gibt es in der Schweiz beim Mapping Festival

    vom 6. bis zum 16. Mai in Genf.

  2. Will man wirklich jeden Job

    Bewerbungen zu versenden ist nicht ohne. Man muss sich gekonnt, aber nicht übetrieben präsentieren, sich in Szene setzen, wie man unter Normalbedingungen vielleicht gar nicht auf treten würde und trotzdem authentisch bleiben.

    Nach dem Versenden heißt es dann abzuwarten, auf einen Anruf, eine Email oder einen Umschlag mit den zurückgesendeten Unterlagen.

    Hat sich der potentielle zukünfitge Arbeitgeber Mühe gegeben, bekommt man zu den eigenen Unterlagen manchmal auch noch ein förmliches Schreiben mit zurück, dass einen nochmal an den Job errinnert, den man nicht gekriegt hat.

    So auch in diesem Fall, wo ich vor einigen Tagen durch Zufall folgende Zeilen auf dem Schreibtisch einer Freundin las:

    Da kann man dann doch froh sein, dass es nicht geklappt hat, schließlich will man doch auch Freude an seiner Arbeit haben. Oder?!

  3. Radio + Theater im Februar

    Für die kommenden Wochen im Kulturkalender angestrichen, sind ein Paar Theatergeschichten und einige spannende Radiobeiträge beim Deutschlandfunk bzw. Deutschlandradio Kultur.

    MeinKulturPlan#1 “Netzwerk Neue Musik”

    Mit musikalischem Surrealismus gepaart mit bildender Kunst leitet das Deutschlandradio Kultur in diesem Monat seine 2-jährige Medienpartnerschaft mit dem neu gegründeteten “Netzwerk Neue Musik” ein.

    Am 17.02. um 3 nach 8, also 20:03 Uhr läuft beim Kultursender ein Konzertprojekt des Ensebmles ascorta, im Rahmen des Netzwerks Süd, welches mich neugierig macht.

    Das “Netzwerk Neue Musik” ist ein Zusammenschluß ziemlich unterschieldicher musikalischer Künstler, die miteinander etwas klangvoll-neues erproben möchten. Die Ziele im bundesweiten Netzwerk sind regional höchst unterschiedlich, keines weniger innovativ als sein Nächstes. Auch die lokalen Ausgangsbedingungen, sowie die angepeilte Reichweite unterscheiden sich in den beteiligten Städten und Regionen. Finde ich echt cool, dass sich sowohl der Deutschlandfunk als auch Deutschlandradio Kultur für eine Medienpartnerschaft dieser Größe gewinnen lassen. Das Ziel, das alle Teilprojekte, die Radiosender und den Financié, die Kulturstiftung des Bundes, eint, ist

    [...] neue und nachhaltige Formen zur Vermittlung Neuer Musik zu kreieren, um auch diese zeitgenössiche Kunstform endlich in der Öffentlichkeit zu etablieren.

    Ich wünsche viel Erfolg und freue mich auf eine Sendung experimenteller Musik. Hoffentlich hört man bis 2011 nochmal was davon.

    MeinKulturPlan#2 “Silberhöhe gibts nicht mehr”

    Ein Stück, dass ich mir schon ewig vorgenommen habe zu sehen, steht für den 19. diesen Monats noch einmal auf dem Spielplan des Thalia Theaters. Gezeigt wird “Silberhöhe gibts nicht mehr” um 20:00 Uhr auf der Probenbühne II, am Weidenplan 20 in Halle. Im Spielplan steht viel Text dazu, wovon ich dieses Häppchen als Appetitanreger gern zitieren möchte.

    Mit „Silberhöhe gibt’s nich mehr“ hat Dirk Laucke ein Stück über Jugendliche geschrieben, die in Silberhöhe, Silberhölle, Silvercity leben und hier in den Lücken Sachen machen, die man halt so macht:…

    “Silberhöhe gibts nicht mehr” gewann auch vergangenes Jahr bei uploadyoucity, einer Videokunstaktion des zfzk mit folgendem kurzen Spot den zweiten Platz.

    MeinKulturPlan#3 “Zeitdiebe lauern an jeder Ecke”

    Im regelmäßigen Programm beider o.g. Radiosender gibt es jeden Monat vier mal “Die lange Nacht”, ein besonderes Themenspecial, dass sich erfahrungsgemäß ca. 3 Stunden lang und immer samstags mit einem Thema auseinadersetzt. Die in diesem Monat dritte ist “Die lange Nacht über as Warten” und im Programmheft stand sehr amüsant zu lesen:

    Supermarktkasse. Lange Schlangen. Die Wartenden stehen ernst und stumm. Einer hat sein Portemonaie vergessen. Die Geduldsfäden reißen. Es wird geschimpft, gestöhnt, gedrängelt. Warten ist eine Zumutung. Warten legt die Nerven und das Innenleben frei. [...]

    Die Mächtigen lassen immer warten. Je mächtiger, desto länger. Das Warten wird existenziell für denjenigen, der sich ihnen ausgeliefert fühlt.
    Wie wartet ein Flüchtling in Abschiebehaft? [...]

    ‘Warten’, so erfahren wir aus dem Grimm’schen Wörterbuch, bedeutete einmal so viel wie aufpassen, verhindern, pflegen und schützen.

    Ein spannender Bogen also, den der Deutschlandfunk am Samstag, den 21. Februar um 23:05 Uhr, das Deutschlandradio Kultur etwas später um 0:05 Uhr auf diesen regionalen Frequenzen sowie im Livestream präsentiert.

    Ich selber hänge auch eher an der “brasilianischen Uhr”, was mir nicht immer nur Zuspruch einbrachte. Na ja, warten wir’s ab.

    MeinKulturPlan#4 “Faust – Der Tragödie 1. Teil”

    Geile Kostüme aus der Faustinszenierung an der Landesbühne Eisleben

    Goethes Faust gehört eigentlich zu den Stücken, die schon vor Zeiten von der “mal im Theater ansehen”-Liste geflogen sind. Nicht, weil mir das zu trocken oder zu tradiert wäre, nur weil ich es halt schon drei mal gesehen habe. Nichts desto trotz habe ich mich überzeugen lassen, mir die aktuelle Inszenierung der Landesbühne in Eisleben anzusehen. Vor allem auch, weil ich in diesem Haus leider erst ein Stück gesehen habe, eine gelungene Loriotinszenierung.

    Über Besonderheiten der hiesigen Inszenierung von “Faust – der Tragödie 1. Teil” schreibt die Webseite der Landesbühne leider nix. Dewesegen hier einfach mein Plan:

    Beginn 19:00 Uhr, am 25. oder 26. Februar, auf der Landesbühne in Eisleben.

    <ironie>Na wenigstens gibt’s eine Anfahrtsbeschreibung für Kraftfahrer. </ironie> Ich komme mit dem Zug.