1. Häuser

    Häuser – diese Dinger zum bewohnen, bemalen und bespaßen der Menschen sind schon eine feine Erfindung. Klasse ist an ihnen aber auch, wie unterschiedlich sie noch sein können..

    Nur manchmal geht es bereits bei der Planung gewaltig in die Hose und der Gesamtüberblick geht verloren.

    Mich reizen vor allem Industrieruinen, Plattenbauten und unrenovierter Altbau – sieht renoviert manchmal auch ganz schön aus.. Nur wird es irgendwann schwierig, wenn ein Haus zu verfallen droht.

    Einen schönen Mittelweg zwischen alt und neu haben z. B. fischer naumann partnerschaft gefunden. Sie bauten 2007 einfach ein neues Innenleben in ein kleines verfallenes Haus.

    Die Jungs vom Autonomen Architektur Atelier Bremen dagegen setzen mit ihren Konzepten stärker auf Zwischennutzung. Mit dem Sproutbau haben sie beispielsweise 79 Menschen (zumindest für einen Monat) ein neues Zuhause in einer Platte gegeben. Das Haus – inzwischen Wiese oder Bauloch – diente dabei dem wohnen arbeiten und feiern. Die Brache als lebendiges Dorf hingegen war ursprünglich eine Wiese und veränderte sich innerhalb weniger Tage, wie im Blog zu lesen ist:

    Eine nüchterne Bilanz in Zahlen sagt nach 7 offiziellen (und 12 inoffiziellen) Tagen aus, dass 11 Gruppen und 23 Einzelpersonen im Rahmen von b.a.l.d. Hütten, Bühnen, Installationen und Öfen errichtet, dass mehr als ein Dutzend Musiker, Autoren, Jongleure, DJ´s aus allen Himmelsrichtungen und weitere das Programm der Dorffeste gestaltet haben.

    Das Architekturbüro Raumlabor Berlin interveniert ebenfalls im Öffentlichen Raum. Mit ihrer Riesenblase nutzen sie unterschiedlichste Orte städtischer Landschaft, sie setzten die Blase unter eine Autobahnauffahrt, in einen leergezogenen Straßenzug und in einen Park zwischen Bäume und sonstiges Grün. Die halbdurchlässige dünne Kunststoff-”Wand” erschafft dabei eine Rückzugsmöglichkeit aus dem Öffentlichen in einen teilprivaten Gemeinschaftsraum, der Umrisse, Farben und Licht der Umgebung noch erahnen lässt.

    Aber wie schon einleitend gesagt, Häuser dienen nicht nur dem Wohnen. Sie sind auch “Leinwand”. Hierbei muss man den Begriff Leinwand jedoch etwas differenziert betrachten:

    1. Leinwand im malerischen/zeichnerischen Kontext: Die Street Art, nutzt Häuser als Ausstellungsort. Dabei beschränkt sie sich nur bedingt auf Gesprühtes und Geklebtes, vielmehr wird bei der EXPANSION SONORE die Hausfassade zum interaktiven Element für Stadtrundgänge oder sie wird…
    2. zur Leinwand als Projektionsfläche bzw. zum überdimensionalen Bildschirm, wie es der CCC 2001 mit dem Haus des Lehrers in Berlin veranstaltet hat – Blinkenlights. Jedes Fenster des Hochhauses bekam einen Scheinwerfer und diese Wurden dann computergesteuert als Bildpunkte genutzt, um beispielsweise kleine Computerspiele (mit dem Handy als Controller) zu spielen. Die letzte Neuauflage hatte Blinkenlights im Oktober 2008 am Rathaus von Toronto.  Auch als Leinwand nutzt der Cinemuro e.V. aus Leipzig die hausfassade. Mit dem Projekt Mauerstreifen geben sie der Stadt ein Kurzfilmkino, das nicht an einen festen Ort gebunden ist.  Es wird durch die Straßen gewandert, man lässt sich an verschiedenen Orten nieder, schaut einen Kurzfilm, rollt das Verlängerungskabel wieder auf und zieht zum nächsten Ort, um z.B.
    3. Häuser auf der Leinwand zu sehen. Von der Kamera eingefangen sieht man Häuser in ihrer natürlichen Umgebung, sei es in dem ein oder anderem Thriller-/Horrorfilm, in dem Häuser Menschen gefangen halten (oder umgekehrt?) oder als Kulisse, wie zum Beispiel in Fritz Langs Metropolis.  Der eine (nur) aus Hochhäusern bestehende Riesenstadt zeigt.  In “Das Cabinet des Dr. Caligari” (beinahe auch unter Regie von Fritz Lang) baute Walter Reimann eine expressionistische Kulisse. Im Laufe des Filmes verändert sich diese Kulisse zunehmend und die dargestellten Straßenzüge und Häuser werden immer abstrakter und verrückter…
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